Wettbewerb Gemeindehaus, Oberstdorf

1.Preis

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Perspektive Strassenansicht

 

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Grundriss

 

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Perspektive Innenhof

 

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Ansicht von Norden

 

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Schnittansicht

 

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Lageplan

 

Erläuterungen

Städtebau

Das neue Gemeindehaus bildet mit der Kirche ein Ensemble.Der kompakte Neubau umschließt durch seine Winkelform und die entwurfsprägende Umfassungsmauer gemeinsam mit dem Kirchenschiff einen Innenhof. Durch das geringe Bauvolumen des erdgeschossigen Gemeindehauses fügt sich das Gebäude wie selbstverständlich in den Park ein.Die unaufdringliche Formensprache respektiert die Architektur von Gustav Gsaenger und ordnet sich dem Kirchenbau unter.

 

Neubau und Kirche mit Vorplatz

 

Ein großzügiger Vorplatz bietet künftig der Kirche und dem Gemeindehaus einen würdigen und angemessenen Eingangs- und Vorbereich.

Dieser wird mit einem in der Oberfläche ruhigen Pflaster belegt und bildet den Teppich für Kirche und Gemeindehaus. Die räumliche Fassung erfährt der Platz durch ein auf seiner Nordseite angeordnetes Baumdach aus Linden. Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Der von Osten kommende Einbahnverkehr wird über den Kirchplatz mit angemessenem Abstand zu den Eingangsbereichen auf die neue Stellplatzfläche im Westen geführt.

Die Umfassungsmauer des Neubaus wird nur an wenigen Stellen mit gezielten Öffnungen versehen. Im Zugangsbereich des Innenhofes sind mehrere Öffnungen, darunter ein großzügiges Schiebetor vorhanden, welche den introvertierten Innenhof zum Kirchplatz öffnet. Der Hofbaum und die darunter angeordneten Sitzbänke laden zum Verweilen und Feiern, zu Begegnungen und Gesprächen. Großzügige Einblicke vom Kirchplatz sind gegeben und laden die Gemeindemitglieder und Bürger ein.

Der großzügig überdachte Zugangsbereich bietet einen idealen Wetter- und Sonnenschutz, wodurch Feste

im Freien reizvoll sind und auch zum Gottesdienst im Kirchhof einladen.

Der prachtvollen Buche unmittelbar südlich des Neubaus wird ein respektvoller Abstand gegeben.

Sie sollte wenn möglich erhalten werden.

Auf der Ostseite des Neubaus führt einen neuer Weg in den Park.

 

Parkplätze

 

Die Parkplatzflächen in der Freiherr-von-Brutscher-Straße werden auf 40 Stellplätze reduziert. Dabei wird nur noch eine Fahrspur ohne Mittelstreifen ausgebildet. Parkplatzbegleitende Säuleneichen führen den Park in Richtung Norden fort und binden den Parkplatz in die Grünflächen ein. Die Parkplätze selbst werden mit Rasenpflaster oder gleichwertigem ökologisch hochwertigen Pflastermaterial ausgeführt. Ein Boulevard zwischen der ursprünglichen Nordkante des Parks und der Parkierung wird geschaffen und leitet die Fußgänger unter dem schönen Baumbestand zum Kirchplatz.

 

Pfarrhaus und Pfarrgarten

 

Die Paul-Gerhard-Straße wird zurückgebaut und verschmälert. Durch den Abbruch des Hauses Alpina findet die Straße auf der südlichen Höhe des Pfarrhauses ihren Abschluss. Lediglich eine mit Rasengitter vollflächig begrünte Feuerwehrzufahrt zur Schule ist in Verlängerung der Straße vorgesehen. Die beiden Garagen sowie der Geräteschuppen werden als Holzbau unter den Baumbestand gegenüber des Pfarrhauses unscheinbar situiert. Die geforderten sechs Stellplätze für das Pfarramt werden unmittelbar am Gebäude angeordnet.

Der Pfarrgarten mit wichtigen Wegebefestigungen der Zugänge und Terrasse im Süden und Westen umschließt das Pfarrhaus. Der Pfarrgarten wird durch eine geometrisch geschnittene Hainbuchenhecke vom öffentlichen Park abgegrenzt.

 

Freianlagen Parkflächen

 

Die Zugänge werden mit neuen Belägen und Sitzmöglichkeiten attraktiv aufgewertet. Sie laden zum Rundweg mit einzelnen Ruheplätzen am Wegesrand ein. Der wertvolle Baumbestand des Parks wirkt für sich. Die Laubgehölze werden erhalten, teils können Fichten und Tannen entfernt werden.

Fließende Wegeführungen im Park, mit diagonal von Ost nach West verlaufendem Hauptweg – der „Sebastian- Kneipp- Weg“ – ermöglichen eine Verbindung des östlichen und westlichen Parkteils. Ein Rundweg erschließt den „alten“ Park. Entlang des Sebastian-Kneipp-Weges befindet sich unter einem großen Schattenbaum der Barfußpfad mit neuem Kneippbecken. Der ehemals direkt neben dem Gemeindehaus angeordnete Drachenspielplatz findet seinen neuen Platz in der Grünfläche, welche Schulhof und Parkgelände vernetzt. Es schließen dort die neu gestalteten Aktions- und Bewegungsflächen des Schulhofes mit Freiluftklassenzimmer an. Der ehemalige Spielbereich der Schule wird überplant und neu gestaltet. Es erfolgt eine Zusammenlegung von Spielflächen der Grundschule mit dem öffentlichen Spielplatz. Der Spielplatz liegt in angemessenem Abstand zum Schulgebäude, so dass der Unterricht durch Lärmbelästigung nicht beeinträchtigt wird. An der zentralen Stelle im Parkgelände, wo alle Wege zusammenführen, liegt eine ovale Lichtung mit Wiesenfläche, die zum Spielen oder Ausruhen einlädt.

 

Umsetzung Raumprogramm

 

Der große Saal orientiert sich mit seiner raumhohen Glasfassade zum Innenhof und kann durch den direkten Anbau an die Kirche zum Kirchenraum geöffnet werden. Das Foyer und die beiden Säle lassen sich durch mobile Trennwände zusammenschalten. Die Raumgrößen sind flexibel. Das nach Süden geöffnete Pultdach sorgt für angemessene Raumhöhe, Belichtung und Ausblick.

Das Amtszimmer, die beiden Gruppenräume sowie die Nebenräume befinden sich im östlichen Gebäudeflügel.

 

Material/ Konstruktion

 

Das Dachtragwerk ist eine Holzkonstruktion. Im Bereich des Pultdaches werden die Träger unterspannt.

Die Umfassungswand und die Innenwände sind gemauert und verputzt. Tiefe, nach innen wirkende Fensterleibungen entstehen. Die Öffnungen in der Umfassungsmauer werden durch Gitter mit einer Buchenaststruktur bündig mit der Aussenfassade verkleidet. Die Mauer erscheint dadurch nahezu ungestört und homogen. Die Fassade des Neubaus geht in die Kirchenfassade über.

Für den Innenausbau sind warme und freundliche Materialien vorgesehen.

Ein extensives Gründach im Bereich des Flachdachs dient als sommerlicher Wärmeschutz und zur Regenrückhaltung.