Städtebauliches Konzept und Gestaltungskonzept

für den Stadtplatzbereich in Lindenberg

1.Preis

 

pers

 

Städtebauliches Konzept

Mit seinen ergänzenden Neubauten und der bespielten östlichen Platzmauer wird der Stadtplatz als

Zentrum Lindenbergs räumlich klar gefasst und neu definiert. Zwei Platzebenen gliedern die Fläche

in den oberen Marktplatz und den unteren erweiterten Flanier- und Aufenthaltsbereich der Hauptstraße

mit Sitzstufen und imposantem Baumbestand. Den freien und offenen Hauptplatz säumen vielfältige

Aufenthaltsbereiche. Das bestehende Gebäude Hauptstraße 66 steht durch den Teilabbruch des

Erdgeschosses zur Grundstücksgrenze nun frei auf dem unteren Platz. Durch das Öffnen der Erdgeschoss-

zone zum Rathaus und dem Wiederherstellen der Fensteröffnungen zum unteren Platz wird die Aufenthalts-

qualität des Platzes deutlich gesteigert. Die beiden Neubauten am westlichen Platzrand orientieren sich in

ihrer Gebäudeausrichtung und Maßstäblichkeit am Bestand und bilden eine klare Platz- und Raumkante

für das Zentrum Lindenbergs.

 

Als zentrales Gebäude des Platzes öffnet sich das Rathaus mit seinem neuen Haupteingang einladend

zur Platzmitte und wird über eine großzügige Treppenanlage zur Sedanstraße erschlossen. Von der

Goethestraße aus führt ein neuer Fußgängerweg entlang von Gärten zum belebten Café und den

Neubauten, in deren Zwischenräumen abwechslungsreiche kleinräumige Aufenthaltsbereiche liegen.

Die östliche Platzkante erhält mit ihrer bespielten Platzmauer, dem vorgelagertem Baumdach und der

Außengastronomie eine neue Aufenthaltsqualität mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.

 

Zwischen Stadtplatz und Reich-Gelände ist die verkehrsberuhigte Hauptstraße mit ihrem einheitlichen

Gestaltungskonzept das verbindende Element. Der Kreuzungsbereich der vielbefahrenen Sedanstraße/

Marktstraße und der Platzbereich Hauptstraße/ Kreuzhofstraße sind als typische Sonderbereiche des

Straßenraumes als Kreuzungsbereich bzw. als Platzfläche gestaltet.

 

lagepl-wbw_-lind_

 

Gestaltungskonzept Stadtplatz

Die obere Platzfläche ist durch die Verlagerung des Brunnens eine vielfältig nutzbare Freifläche für Märkte,

Feste und Events. Sie gibt dem identitätsstiftenden Rathaus einen angemessenen Raum. Nach Süden wird

dieser durch die bestehenden Bäume und Sitzstufen zum unteren Stadtplatz gefasst. In Fortführung der

räumlichen Kante der Bestandsgebäude vervollständigen die beiden Neubauten die westliche Platzkante.

Hier bilden sich zwischen den Gebäuden abwechslungsreiche und belebte Aufenthaltsbereiche mit Blick

auf den Stadtplatz: Der baumbestandene Brunnenplatz mit Außengastronomie und die westlich liegende

Gasse mit ihren angrenzenden Stadtgärten, über die der Stadtplatz barrierefrei erreicht wird.

Ebenfalls behindertengerecht erschlossen sind die östlich gelegenen Platzbereiche. Die östliche Platzkante

wird klar durch eine mit Sitzgelegenheiten und Brunnen bespielte Mauer definiert, die ein einzigartiges

Stadtmöbel mit hoher Aufenthaltsqualität darstellt. Von hier genießt man den Blick auf den Marktplatz

oder die warme Abendsonne. Kinder spielen unter dem schattenspendenden Baumdach, planschen im

Wandbrunnen und Freunde treffen sich zum Boule-Spiel. Der ehemalige Verlauf der Prinz-Ludwig-Straße

wird zwischen Gebäudekante und Platz durch ein funktionales Band mit Bänken, Fahrradstellplätzen und

Platzleuchten nachgezeichnet.

 

Der untere Platzbereich bietet mit seinen Sitzstufen einen Aufenthaltsbereich und Aussichtspunkt auf das

Treiben entlang der Landenzeilen. Hier bietet sich ein flexibler Platzraum für verschiedenste Nutzungen

unter dem imposanten Blätterdach der bestehenden Rotbuche. Auf dem südlichen Stadtplatz stehen

weiterhin Parkplätze vor dem Neubau zur Verfügung.

Die leicht begehbaren, gesägten und gestockten Granitpflasterplatten des Platzes nehmen die

Materialsprache des Bestandes auf, unterscheiden sich jedoch in ihren größeren Formaten

(Formatmix) als Alleinstellungsmerkmal vom Pflaster des umgebenden Straßenraumes.

Eine Bänderung mit unterschiedlichen Farbschattierungen definiert den zentralen Bereich, den

Marktplatz. Der Übergang von der offenen Platzfläche zum östlichen Aufenthaltsbereich wird

unter dem Baumdach durch eine wassergebundene Wegedecke mit heimischem Kieselmaterial

definiert. Vis à vis des neuen Wandbrunnens plätschert auf der westlichen Platzseite der alte

Brunnen auf dem bekiesten Brunnenplatz. Die anschließende Gasse nimmt mit ihrem

Granit-Kleinsteinpflaster im Reihenverband die Materialisierung der bestehenden Straßenräume auf.

stadtplatz

 

Gestaltungskonzept Hauptstraße

Wesentliche Merkmale der neuen Hauptstraße sind ihre niveaugleiche Oberflächengestaltung von

Fassade zu Fassade und das Multifunktionsband. Die einheitliche Pflasterung der Bewegungsflächen

mit gut begeh- und befahrbaren Granitpflaster (Fußweg: gesägt und gestockt, Kanten gebrochen;

Fahrbahn: gesägt und geflammt, gebundene Bauweise) und die schattenspendenden Linden geben

der Hauptstraße das Flair einer Fußgängerzone. Die Fahrspur für PKW wird beidseitig durch die wieder-

eingebauten Granitflachborde markiert, ordnet sich aber insgesamt der einheitlichen Gestaltung unter.

Hier bezeichnet die Gestaltung die Gleichberechtigung von Fußgängern, Radfahrern und MIV.

Das Multifunktionsband wird zum Identitätsträger der neuen Hauptstraße: Hier bietet sich auf einer

farblich vom Granitpflaster abgesetzten, gebundenen und festen Wegedecke mit heimischem

Kieselmaterial eine flexibel nutzbare Zone, die je nach Bedarf als PKW-Stellplatz, Fahrradstellplatz,

Freiluftcafé oder Verkaufsfläche für angrenzende Geschäfte genutzt werden kann. Diese Nutzungs-

module können flexibel auf die Entwicklung der Erdgeschoßnutzungen in der Hauptstraße reagieren

und auch in anderen Innenstadtbereichen umgesetzt werden.

 

Im Kreuzungsbereich Sedanstraße/Marktstraße wird das Granitpflaster der Hauptstraße durchgezogen

und verdeutlicht so ihre Sonderstellung als Flaniermeile im Stadtgefüge. Breite Zebrastreifen die in das

Granitpflaster eingelassen sind, heben den Kreuzungsbereich hervor und signalisieren den querenden

Autofahrern den Vorrang der Fußgänger der Hauptstraße.

 

Am „Kreuzhofplatz“ weitet sich der Straßenraum großzügig zu einem Platz. Die zurückversetzte

Stufenanlage vor der Drogerie Müller holt den Platz auf das belebte Straßenniveau. Von der Treppen-

anlage mit Sitzstufen lässt sich der Platz beobachten. Ein neuer Brunnen und Sitzbänke bieten eine

angenehme Aufenthaltsqualität am belebten Straßenraum. Das Café nutzt die neuen Flächen für

seine Außengastronomie.

 

ans-plaetze

 

 

detl1

 

 

det2

 

 

det3